Grundsätzlich müsste man ja meinen, dass unter Wasser nichts zu hören sein dürfte, wenn das Ohr voller Wasser ist.
Doch das Gegenteil ist der Fall.
Das Hören unter Wasser funktioniert jedoch etwas anders.
Der Schall bahnt sich hier nicht wie an Land den Weg über den Gehörgang, sondern wird u.a. über die Knochenleitung zum Innenohr übertragen.

Das führt dazu, dass wir oft Schwierigkeiten haben, zu erkennen, woher ein Geräusch kommt oder wie weit die Schallquelle entfernt ist.
Unter Wasser wird Schall mit einer etwa 4- bis 5-fach höheren Geschwindigkeit übertragen als in Luft. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass wir Geräusche auch aus größerer Entfernung hören können.
Entscheidend sind weitere Faktoren, etwa die Frequenz des Schalls und wie stark er sich im Wasser abschwächt.
Unter Wasser hören wir also nicht einfach besser – wir hören anders und können Geräusche schlechter orten.
Obwohl sich Schall im Wasser schneller ausbreitet, ist unser Gehör nicht auf diese Umgebung spezialisiert. Wir können Geräusche wahrnehmen und trotzdem Schwierigkeiten haben, ihre Richtung zu bestimmen.
Das unterscheidet uns auch von manchen Meeresbewohnern. Delfine beispielsweise nutzen die Echoortung: Sie senden Klicklaute aus und werten die zurückkommenden Echos aus. So können sie sich orientieren und Objekte in ihrer Umgebung erkennen. Sie hören also nicht einfach nur, sondern nutzen Schall aktiv wie eine Art natürliches Sonarsystem.